10 Jahre Neuland-Medien

Christian Terhechte ist Gründer und Geschäftsführer der Neuland-Medien GmbH. Hier erzählt er aus 10 Jahren Neuland-Medien. Von der ersten Idee über die Namensfindung bis hin zum Ausblick.

Damals … 27 Jahre alt … habe ich meinen Professor in Emden gefragt, wo er mich nach meiner Ausbildung zum Medieninformatiker sieht. „Wahrscheinlich kannst du alles, aber nicht richtig”, war seine Antwort. Eine Sache konnte ich aber richtig: netzwerken. Somit war für mich klar, dass ich mich mit den richtigen Leuten verknüpfen muss, um gemeinsam die richtigen Projekte anzuschieben. Ein paar Leute kannte ich bereits vom Studium und mein Bruder ist ausgebildeter Mediengestalter.

Neuland-Medien – der Name ist Programm

Auf der Suche nach einer Texterin für mein Netzwerk lernte ich durch eine Empfehlung Daniela Wohlfromm kennen. Daniela war zu dem Zeitpunkt mit ihrer Agentur „textwerk“ bereits seit zehn Jahren selbständig. Als Kommunikationsstrategin fragte sie mich als allererstes: „Christian, Internetagentur schön und gut. Aber willst du jetzt die 745te Agentur in OWL sein, die Webseiten gestaltet und programmiert?”. Schnell wurde klar, dass Danielas langjährige Erfahrungen und Know-how in Werbung und Public Relations und meine Leidenschaft für Neue Medien eine gelungene Mischung sein könnte, um den Unternehmen in der Region einen Mehrwert zu bieten. Und weil sich dieser Mehrwert insbesondere auf das Marketing mit den Neuen Medien beziehen sollte, ohne die klassischen Strategien aus dem Blick zu verlieren, war auch schnell der Name gefunden. „Hey Christian, was du den Menschen nahebringen willst, ist doch alles Neuland für sie, oder?”, damit gab Daniela mir den Impuls, das Unternehmen Neuland-Medien zu nennen.

Die Gründung

Am 2. Juli 2008 gründeten wir zunächst gemeinsam die Agentur Neuland-Medien. Wir hatten einfach beide Spaß daran, unsere Leistungen gebündelt am Markt anzubieten. Und es zeigte sich schnell, dass unser Weg der Richtige war. Der Bedarf an Aufklärung im Bereich Neue Medien hat bis heute nicht abgenommen, darum ist der Name noch immer stimmig.

Die ersten Jahre im Agenturgeschäft

Die ersten Jahre waren besonders spannend, denn das Unternehmertum war für mich im wahrsten Sinne des Wortes Neuland. Grundsätzlich bin ich erstmal davon ausgegangen, dass ich viel unternehmen werde. Dies bedeutete für mich, dass ich viel mit Menschen über mein Geschäftsmodell spreche und mich somit vernetze.

Zum Unternehmertum gehört es auch, große Entscheidungen zu treffen. Für mich damals groß: In welchen Räumlichkeiten starten wir unser Geschäft? Starte ich von zu Hause oder sofort in einem richtigen, gemieteten Büro? Zufällig bin ich von Daniela auf das IWZ – ein Bürozentrum im Rheda-Wiedenbrücker Ortsteil Lintel – aufmerksam gemacht worden, wo StartUps ab 25 Quadratmeter Büros mieten können. Bereits nach den ersten vier Mittagspausen im Innovations- und Wirtschaftszentrum (IWZ) hatten wir schon genug Aufträge, um unsere Miete für die nächsten sechs Monate zu bezahlen. An dieser Stelle möchte ich einmal darauf hinweisen, dass es im Stadtgebiet Lintel vor zehn Jahren gerade mal DSL Internet gab. Ein urbanes Wagnis für eine Internetagentur. 2008 war zudem das Jahr der Finanzkrise. Viele Unternehmen hielten auftragstechnisch erstmal inne und waren nicht gewillt, Geld auszugeben. Schon gar nicht für die Neuen Medien. Um so sportlicher für uns.

Irgendwann habe ich mal den Spruch gehört: „Wenn ein Startup drei Jahre schafft, dann ist man schon gut aufgestellt, bei fünf Jahren läuft’s und nach sieben Jahren hat man es geschafft.“ Ich muss sagen, ganz so simpel ist es nicht. In den Anfängen ist es eher eine Achterbahnfahrt, je häufiger man diese fährt umso routinierter sieht man einem Looping entgegen und auch der Magen gewöhnt sich an das stetige rauf und runter. Erst in den letzten zwei Jahren – mit mittlerweile 35 Mitarbeitern in der Unternehmensgruppe – habe ich gemerkt, dass aus der wilden Achterbahnfahrt ein Geländefahrt geworden ist. Teilweise noch unwegsames Gelände. Jedoch können wir unsere Fahrgeschwindigkeit sowie -richtung selbst bestimmen, zudem noch die die Ausstattung unseres Fahrzeugs wählen.

Unser heutiger Anspruch

Stabilisierung bei größtmöglicher Flexibilität – das ist unser heutiger Anspruch. Dazu benötigen wir „open minded” Menschen, die sich gemeinsam mit uns ins Neuland wagen. Wie und mit wem wir zukünftig zusammenarbeiten können wir nicht sagen. Wohin die Reise geht ist nicht immer klar, dazu unterliegen wir zu vielen Einflüssen. Was wir wissen: In zehn Jahren werden wir der führende Dienstleister für Augmented und Virtual Reality im deutschsprachigen Raum sein.

Wissen, was, wie begeistert

Für unsere Kunden wollten wir schon immer wissen, was, wie begeistert. Ein wichtiger Baustein in der Erfolgsgeschichte von Neuland-Medien war die Kooperation mit der Werkstatt für Kundenorientierung. Man könnte sagen gesucht, gefunden.

2011 haben wir auf der MEiM in Paderborn ausgestellt. Wir hatten einen Stehtisch mit etwas Werbung zu unserem Unternehmen aufgebaut. Eine Halle weiter tat Christian Vogt von der Werkstatt für Kundenorientierung das Gleiche. Ich selbst habe während der ganzen Messe nicht ein Wort mit ihm ausgetauscht. Jedoch hat meine Kollegin ein Gespräch an unserem Stand mit ihm geführt und daraus hat sich ein Folgetermin im IWZ ergeben. Hier lernte ich Christian kennen. Schnell war klar, dass die Chemie zwischen uns passte. Alt und Jung, erfahren und dynamisch, klassische und digitale Medien.

Christian Vogt und die „Werkstatt für Kundenorientierung“

Christian Vogt. Ein Mann. 1.000 Worte. Als „Der Kundenorientierer” unterhält er mittlerweile ganz Deutschland mit seinen Erfahrungsberichten aus dem Bereich Kundenbeziehungsmanagement. Eine Bereicherung für jeden Zuhörer und somit auch für mich seit 2011. Unsere ersten gemeinsamen Auftritte hatten wir unter anderem in der Essener Philarmonie und unzähligen Hörsälen deutschlandweit. Unter dem Titel „Der digitale Kunde 2020” haben wir einen Vortrag konzipiert, der Zuhören einen Ausblick in die immer schneller werdende Welt der digitalen Kommunikation ermöglicht hat.

Schnell war klar, wir müssen noch enger zusammenarbeiten. Ich wurde 2015 Mitgesellschafter bei der Werkstatt für Kundenorientierung. Die Rollen sind bis heute klar: Christian Vogt (kurz: CV; The Workshopper), Christian Terhechte (kurz CT; The Backoffice-Organizer). Man könnte auch sagen: CV ist der Mann vom Fach und CT kümmert sich um die unternehmerische Infrastruktur. Die Werkstatt für Kundenorientierung ist der Wegbereiter für ein zielgruppenorientiertes Marketing. Basisleistungen, wie die Erstellung von Personas und Kundenreisen (engl. Customer Journeys) sind essentieller Bestandteil für die professionelle Konzeption und Umsetzung von Online-Marketing-Strategien. Um es mal mit einem Bullshit Begriff zu definieren: Zwischen der WfK und NLM ist eine richtige Win-Win-Situation entstanden.

Neuland-Medien wächst

Die Anzahl der Kollegen ist stetig gestiegen und wir passten nicht mehr alle in ein Büro. Damit hat sich auch die Organisation und die Kommunikation gewandelt. Welche Informationen sind für wen wichtig? Und wie kommunizieren wir miteinander und mit unseren Kunden und Partnern? Gelernt habe ich, dass jeder neue Kollege das Teamgefüge neu geordnet hat und wir Abläufe stetig neu denken mussten.

Augmented Reality und Raumtänzer

Neu gedacht haben wir auch 2014. Bei der Umsetzung unseres ersten Augmented Reality Projekts. Damals noch eine grüne Eule (engl. OWL; abgeleitet davon OWL wie Ostwestfalen Lippe), die aus einem Flyer herauskam. Eine kleine und feine Werbeaktion, welche super gut bei unseren potenziellen Kunden ankam. Die Flyer haben uns im wahrsten Sinne des Wortes „Türen geöffnet”. „Ach Sie sind das mit der kleinen süßen Eule. Einen Augenblick ich stelle Sie kurz zu unserem Entscheider durch“, dies hat wirklich sehr häufig geklappt.

Augmented Reality wurde also immer mehr zum Thema bei Neuland-Medien. Gut, dass ich bereits 2008 Thies Pfeiffer von der Uni Bielefeld kennengelernt hatte. Mittlerweile Doktor der Informatik, ist er ein Guru im Bereich Augmeneted und Virtual Reality. Gemeinsam haben wir „Raumtänzer“ geschaffen. Zunächst 2015 als SpinOff an der Uni Bielefeld – im April 2017 dann als StartUp ausgegründet.

Ähnlich wie Christian Vogt, ist Thies ein Star in seinem Bereich und weltweit für seine Expertise bekannt. Raumtänzer ist unser StartUp-„Baby“ in der Unternehmensgruppe und bereits jetzt eine nachgefragte Adresse, wenn es um AR/VR-Entwicklungen geht und wir das Potenzial für einen Platz in vorderster Reihe in unserer Branche haben. Hier trifft interdisziplinäre Zusammenarbeit auf kreative Ideen in ostwestfälischer, bodenständiger Arbeitsatmosphäre.

Mein Ausblick

Jetzt und in Zukunft zeichnet uns ein gemeinsames Motto aus: „Soviel OWL wie nötig, soviel Arbeit 4.0 und Internet der Dinge wie möglich.“

Würde mich mein Professor heute Fragen: „Und was ist nun aus dir geworden?”, kann ich stolz antworten: „Ich glaube ein ganz guter Netzwerker mit Ambitionen.“ 🙂