Social Media-Manipulation: Ein gedankenloser Facebook-Post …

Social Media-Anwendungen wie Facebook, Twitter, Blogs & Co. verändern die Formen von Kommunikation und Informationen – und damit auch die Formen gesellschaftlicher Willensbildung, der Grundlage demokratischer Prozesse. Die sozialen Medien versprechen Transparenz, Freiheit und eine neue Form kollektiver Entscheidungsfindung. Aber wie schnell die Meinungen der Nutzer im Social Web beeinflusst werden kann, haben wir selber zu spüren bekommen.

Was ist passiert? Auf der Suche nach einem Neuland-Medien-Maskottchen beschlossen wir im Team, unsere Facebook-Nutzer einzubeziehen und diese abstimmen zu lassen, welche Kuh unser neues Maskottchen wird. Anfangs lief alles in geregelten Bahnen, bis ein gedankenloser Post eines Kollegen die Abstimmung manipulierte.

Auf einer Fußball-Fan-Seite postete der Kollege ohne böse Absicht den Link zur Abstimmung:

„Ihr müsst mir mal kurz helfen. Wir lassen grad über unser neues Maskottchen in der Firma abstimmen. Und da liegt die deutlich hässlichere Kuh vorne, nämlich Nummer 2. […] Demnach wäre es cool, wenn ihr kurz auf den Link klickt und unter dem Post mit „Nummer 1“ kommentiert. Vielen Dank […].“

Mit diesem Post wurden auf einen Schlag knapp 2.000 Facebook-User erreicht. Viele der Fans dort kamen der Aufforderung nach und schon bald lag die gewünschte Kuh deutlich vorne.  So war die Abstimmung natürlich alles andere als eine repräsentative Meinung der Neuland-Facebook-Fans.

Das Thema Manipulation wurde danach über verschiedene Kanäle an uns heran getragen und hat natürlich dazu geführt, dass wir uns Gedanken über unsere manipulierte Abstimmung gemacht haben. Schlussendlich haben wir Im Team beschlossen, die Abstimmung nicht mehr zu werten und eine interne Abstimmung unter den Neuland-Mitarbeitern durch zu führen. Hier lag die Kuh Nummer 1 knapp vorne und wir haben unser neues Maskottchen gefunden.

Dieses Beispiel zeigt, wie einfach in den sozialen Medien manipuliert werden kann. Ein Meinungsmacher und eine stark frequentierte Seite, schon ist die demokratische Abstimmung nicht mehr repräsentativ. Kurzzeitig gedankenloses Handeln hat hier berechtigte Kritik mit sich gebracht. Wichtig ist der Umgang mit dieser Kritik sowie der daraus resultierende Lerneffekt. Demnach danken wir allen, die uns auf diesen Missstand hingewiesen haben und freuen uns als Team auf unser neues Maskottchen.