Ein „Neuländer“ in Brasilien – Teil 4

Das mit dem Internet ist hier wirklich so eine Sache und hat sich in den letzten Tagen zum Problem entwickelt. Schlechtes bis nicht vorhandenes Internet im Hotel – unterwegs ist die Bandbreite gedrosselt und so ist es fast unmöglich Bilder zu senden und mit Zuhause zu kommunizieren.

Uns geht es weiterhin super und wir genießen unsere Zeit in vollen Zügen. In den letzten Tagen stand extrem viel Fußball an. So haben wir uns am Montag Mexiko gegen Kroatien in Recife angesehen und so schon mal das Stadion des nächsten deutschen Spieles unter die Lupe genommen. Die Organisation war hier zum ersten Mal richtig schlecht. Von den in jeder Stadt eingerichteten Shuttle Standorten dauerte es über zwei Stunden bis zum Stadion. Erst ein Shuttle, dann die Metro, dann noch ein Bus, dazu musste man dies alles bezahlen und bekam ein Armband umgelegt. Mit zwei Armbändern wie ein VIP ausgestattet, erreichten wir das Stadion noch gerade rechtzeitig zu den Hymnen im Vollsprint. Der hatte sich allerdings gelohnt, denn dreiviertel des Stadions war mit völlig enthusiastischen Mexikanern gefüllt. Gänsehautgarantie also schon bei den Hymnen und später auch bei den Toren. Menschen die vor Freude einfach anfingen zu weinen, nur weil ihr Land gerade ein Tor geschossen hatte. Das waren tolle Momente die sicherlich in Erinnerung bleiben werden.

Auch ein paar unschöne Szenen gab es das erste Mal während dieser WM. Es gibt keine wirklich getrennten Fanzonen und die Mexikaner sind ohnehin überall gewesen. So gab es dann nach den ersten Toren einige Handgreiflichkeiten und viele Becher, die zwischen provozierenden Mexikanern und frustrierten Kroaten hin und her flogen. Der Abtransport vom Stadion dauerte wieder, war aber zumindest gut organisiert, was die Anzahl der eingesetzten Busse und Bahnen an ging.

Am Dienstag ging es dann zum Spiel Italien gegen Uruguay nach Natal. Es sind zwar nur gut 300 Kilometer bis dahin, aber bei den Straßenverhältnissen dauern diese ca. fünf Stunden, so dass unser Tag vor allem von Autofahren geprägt war. Besonders der Weg durch einige Dörfer die nur aus Schlaglöchern bestanden und dazu aufkommender monsunartiger Regen erschwerten uns die Fahrt sehr. Auch die Mexikaner konnten nicht ohne uns und so überholten wir auf der Rückfahrt rund 80 Busse, die voll mit Mexikanern waren, die ebenfalls einen kleinen Ausflug zu dem Spiel machten.

Im Stadion waren sehr wenige Italiener und sehr viele Uruguayer. Letztere machten eine tolle Stimmung und unsere Sympathien lagen ebenfalls bei den Urus, während die Anwesenden Brasilianer das ein oder andere Mal ein Italia, Italia anstimmten. Nutzen sollte dies den Europäern aber nichts. Die kniffligen Szenen sind im Stadion nur schwer zu bewerten und werden auf den Leinwänden auch nicht wiederholt. Letztendlich war das Ergebnis und das Ausscheiden Italiens aber verdient. Besonders nervig das Zeitspiel über das ganze Spiel. Wie schnell man Abstöße, Freistöße und Einwürfe ausführen kann zeigen die Varianten nach dem Gegentreffer.

Am Mittwoch hatten wir nur einen Tag Auszeit vom Fußball. Wir haben uns hier den Strand angesehen, die Seele baumeln lassen und die anderen Spiele mit einem Auge verfolgt.

Heute steht dann das letzte deutsche Gruppenspiel an. Wir hoffen hier natürlich sehr auf den Gruppensieg, da unsere Reiseroute uns mit dem Gruppensieger über Porto Alegre nach Rio führt und ein umbuchen sowohl teuer als auch nahezu unmöglich werden wird. Wir sind heiß und freuen uns schon jetzt auf das Spiel. Bei der Anreise werden wir etwas anderes probieren oder viel mehr Zeit einplanen.

Viele Grüße nach Deutschland.